Architektur

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Eine mittelalterliche Stadt

Hyères, seit dem Mittelalter eine befestigte Stadt, blieb zum Zweiten Kaiserreich (Napoleon III 1852-1870) innerhalb ihrer Stadtmauer eingeschlossen. Auf dem Gipfel, in der oberen Stadt (der ältere Teil der Stadt) erhebt sich die alte Burg der Seigneurs de Fos, deren Ruinen man heute sieht. Der Reichtum der mittelalterlichen Vergangenheit ist heute noch sehr gegenwärtig und an den Häusern aus dem Mittelalter, die zwischen dem 12. und 16. Jahrhundert erbaut wurden, zu erkennen. Eine zweite Stadtmauer wurde als Folge der Stadtentwicklung im 14. Jahrhundert errichtet, damit auch die niedrig liegenden Stadtteile geschützt wurden. Das Tor Massillon, auch "Porte des Salins" (Tor der Salinen) oder Tor der Bucht genannt, war das wichtigste Stadttor.

 

Einflüsse auf die Architektur

Um mehr zu erfahren, fragen Sie nach dem Entdeckungsplan in der Touristeninformation oder  melden Sie sich für eine Stadtführung an.

Erst Anfang des 19. Jahrhunderts erlebte die Stadt einen echten wirtschaftlichen Aufschwung und breitete sich außerhalb ihrer Stadtmauern aus. Die kulturelle und politische Elite sowie der englische Adel schätzten die angenehmen Wintermonate hier. Mit der Ankunft der Wintergäste entstand ein neues architektonisches Stadtbild. Hotels, Villen und Casinos wurden erbaut, umgeben von Gärten mit zahlreichen exotischen Pflanzen.

 

Stadtplaner und Architekten

In den 1830er Jahren renovierte Alphonse Denis zunächst die Altstadt und schuf das erste moderne Villenviertel: das "Quartier d'Orient". Hier ist alles prachtvoll und luxuriös. Er schloss sein eigenes Gut in seinen Modernisierungsplan mit ein, der heutige Place Clémenceau und der Jardin Denis, und unterstützte ebenfalls den Bau des heutigen Theater Denis.

Aber man kann nicht über Architektur in Hyères sprechen, ohne den Namen von Alexis Godillot zu erwähnen. In den 1860er Jahren unternahm dieser Sattler aus Paris mit dem Architekten Pierre Chapoulart die Modernisierung der Stadt und legte ein ganzes Viertel an, das seinen Namen trägt. Die Avenuen, gesäumt von eindrucksvollen Villen verschiedenstem Baustils (maurisch, tunesisch, englisch...), sind um wunderschöne, schmiedeeiserne Brunnen angelegt.

 

Moderne Zeiten

1923: das Jahr der Avantgarde. Die Villa Noailles hat der Architektur der Stadt Hyères einen modernen Stempel aufgesetzt. Der Hauch der Modernität wurde später in anderen Bauprojekten wieder aufgenommen, z.B. in der Residenz von Simone Berriau (in den Salinen) in den 60er Jahren oder bei Notre Dame de Consolation (1952), in der Architektur von Raymond Vaillant, den Glasfenstern von Gabriel Loire und den Skulpturen von Lambert-Rucki. Andere Architekten wie Léon David arbeiten mit einem klassischeren Stil (Banque de France) und einer Modernität, die von der provenzalischen Tradition beeinflusst ist.

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